In Bangkok hatte ich den letzten Tag des Songkrans, dem sogenannten Wasserfest, mitbekommen. Die Feierlichkeiten dort fielen nicht so groß aus, wie ich vermutet hatte. Nun freute ich mich auf Angkor Wat und buchte den Flug nach Siem Reap. Das Hotel bot einen kostenfreien Transfer für die kurze Strecke vom Flughafen an. Somit hatte ich die Chance meine Fragen über Siem Reap und Angkor Wat etc. auf der Fahrt schon zu besprechen. Als wir uns der City näherten standen immer mehr Kinder mit ihren Wasserpistolen am Straßenrand. Ich vermutete, dass die Kinder den Songkran so toll fanden, um auch heute noch das Wasser zu verteilen.
Als ich später zum Abendessen einen Tuktuk-Fahrer am Hotel bat mich die 10 Minuten in die Stadt zu fahren, fragte er erstmals, ob all meine Sachen nass werden dürften, und ich dachte an spielende Kinder. Von wegen! Der Songkran hatte hier heute sein großen Abschlussfest! Je näher wir der Stadt kamen, umso nasser wurde es! Mein Tuktuk-Fahrer hielt an und organisierte mir erstmal am Straßenrand eine Wasserpistole, ich solle auch vorbereitet sein! Ich freute mich maßlos und dann begann der Spaß…Eimer, Schüsseln, Wasserschläuche, riesige Fässer…da waren Wasserpistolen nichts gegen! Es fuhren riesige Auto, Tuktuk, Motorrad, Fahrrad-Konvois durch die Stadt, beladen mit allen möglichen Wasserbehältern! Mir wurden Schüsseln übergeschüttet, Wasserschläuche in den Tuktuk gehalten, aber ich schoss mit meiner kleinen Wasserpistole zurück! Damit rechnete wohl niemand, und wir kamen alle aus dem Lachen nicht mehr raus! Ich kann mich nicht erinnern, dass ich fast zwei Stunden am Stück so herzhaft gelacht habe! Ich rechnete bereits damit, mir irgendwo was zu Essen auf die Hand mitnehmen zu müssen. Alles war ja nass, auch die Sitzgelegenheiten aller Restaurants, daher: herzlich willkommen! Nach dem Essen bin ich die paar Meter weiter in dem Herzstück der Stadt angekommen. Unglaublich! Das sollte man definitiv erlebt haben! Tausende Menschen, alle klitschnass, aber alle bekleidet, da der Songkran ein heiliges Fest ist, und die Schultern bedeckt sein müssen. So eine unbeschreiblich ausgelassene, lustige, fröhliche Stimmung, jeder beschoss jeden. Und wenn man merkte, dass meine Pistole kein Wasser mehr hatte, wurde sie mir entrissen und gefüllt! Ich bin ja von vielen Orten und Geschehnissen begeistert, aber das hier steht fest: ich komme wieder!
Das war mein erster Abend in Kambodscha!
Am nächsten Tag organisierte mir der Concierge im Hotel einen Guide namens Boy für Angkor Wat, welchen er mir wärmstens empfehlen könne. Mein einziger großer Wunsch: ich möchte zum Sonnenaufgang am Tempel sein. Gesagt/getan. Mein Guide holte mich pünktlich um 04.30 ab. Wir organisierten das Ticket, da die Schalter am Tempel bereits geöffnet haben, und wir standen um 05.15 pünktlich zum Sonnenaufgang an dem bekannten Weiher vor dem Tempel! Mit weiteren hunderten von Menschen 😅. Es waren bereits weit über 30 Grad, und Boy empfahl mir seine 3 Lieblingstempel. Ich hatte mir einige Wochen zuvor einen Zeh gebrochen, und war daher auch sehr dankbar, nicht mehr Tempel durchwandern zu müssen. Es war ein grandioser Tag! Ein Kindheitstraum ging für mich in Erfüllung. Ich stand am Angkor Wat und sah sehr viel von den drei großen Tempelanlagen. Wir unterhielten uns viel, und ich erhielt auch Einblick in sein Leben. Dieser Mann hatte ein extremes Wissen über die Historie, sprach fließend englisch, und hatte während der Corona-Zeit an den Restaurierungen an der Tempel Anlage mitgewirkt. Ich war wirklich beeindruckt. Die Arbeits-Situation sei allerdings verheerend. Er brachte mich am späten Nachmittag zurück ins Hotel, und seine Worte rührten mich zum Schluss zu Tränen: „Danke, dass du mir heute einen Job gegeben hast.“ Ich kann diesen tollen Guide jedem nur wärmstens empfehlen! Kontaktiere mich hier gerne für die Telefonnummer.
In Siem Reap hatte ich sonst noch den Wunsch mir ein traditionelles Theater anzuschauen, das Apsara Theater. Da ich so kurzfristig dran war, konnte ich leider nur noch ein Ticket ohne Abendessen erhalten. Die Aufführung war wirklich toll, auch ohne den Text zu verstehen, die Handlung ließ einen klar nachvollziehen, um was es ging.
Die Arbeitssituation ist so angespannt, dass mich der nette Tuktuk-Fahrer, welchen ich auf der Straße vor dem Hotel bat mich zum Theater zu fahren, sogar noch nach dem Theater auf mich wartete.
Bei der täglichen Hitze von 44 Grad habe ich ansonsten nicht mehr viel unternommen. So langsam musste ich mich auch wieder Europa nähern, da ich Ende Mai einen wichtigen Termin in Deutschland hatte…
Ein paar mehr Infos weiter unten…
Good to know:
In Kambodscha wird der US-Dollar gerne gesehen. Auch hier gilt: neue Scheine bitte. Zahlt man nicht passend, wird das Wechselgeld meist gerne in kambodschanischem Riel ausgehändigt. Die ehrliche Freundlichkeit und die extreme Form der Hilfsbereitschaft (fast schon unterwürfig) habe ich in ganz Asien so noch nicht erlebt. Hier wird versucht, Einem jeden Wunsch zu erfüllen. Schlimm fand ich die Situationen, wenn mancher Tourist dies auch wahrhaftig ausnutzte, und trotz sehr vagen Angaben dann tobte, wenn man ihm das Falsche brachte. Die Menschen in Kambodscha sind mit so wenig zufrieden, und verlieren ihre Herzlichkeit dennoch nicht, sondern teilen, was sie haben. Was mir auch in Kamboscha auffiel: der extreme Müll. Mancher Orts werden Mülltüten hochgehangen, damit Straßentiere die Tüten nicht zerreißen, und der Müll sich überall auf den Straßen ausbreitet. Auch Richtung Angkor Wat, gerade so einem internationalen Sightseeing-Platz müsse was an der Müll-Politik geändert werden. Schlimmer Anblick.